Kapitel 1 – Der fast perfekte Tatort

Kommissar Brunnhuber schaute auf die Uhr, zwei Stunden saß er nun schon hier drin mit dem Verdächtigen und sie waren kaum einen Schritt weiter gekommen. Brunnhuber schaute zwischen der Jalousie hindurch, draußen war reges Treiben zu beobachten. Die Jalousie hatte er vor einer dreiviertel Stunde zugezogen um den Druck auf den Verdächtigen zu erhöhen, ihn zu isolieren und mürbe zu machen. Doch bis jetzt hatte es nur ihn selbst müde gemacht. Es ging ihm durch den Kopf, dass er ursprünglich eine Verabredung mit seiner Frau hatte. Heute wollten sie sich Musterhäuser ansehen, doch daraus würde nichts werden so lange der Fall nicht geklärt war.

Jalousie
Brunnhuber klopfte an die Tür und ein Kollege öffnete diese vorsichtig. “Übernehmen Sie mal kurz. Bin gleich zurück.”, wies er den Beamten an. Der Kommissar atmete tief ein und aus und zog sein Handy aus der Sakkotasche. Drei Anrufe hatte er bereits auf der Mailbox, er wählte die Nummer seiner Frau. “Hallo Schatz, ja ich weiß, dass wir verabredet waren. Ich kann heute nicht, am besten du schaust dir schon einmal etwas an und später besprechen wir dann alles. Sei nicht böse, ich werde dir später alles erklären. Ich muss wieder rein, tschüss.” Brunnhuber fuhr sich durch die Haare, er hasste es seine Frau der Arbeit wegen zu versetzen. Die Pause nutzte er noch um den Kaffee wieder los zu werden und sich kurz nach dem Ermittlungsstand zu erkundigen. “Noch nichts, Chef. Wir untersuchen noch den Tatort, haben aber bislang nichts Außergewöhnliches fest gestellt. Und sie wenden psychologische Kriegsführung an?”, antwortete Kleinschmidt. “Was?”, fragte Brunnhuber irritiert. “Na die Jalousie”, Kleinschmidt deutete auf das Fenster. “Ja, ich versuche ihn langsam weich zu kochen, bisher bin aber nur ich der Leidtragende. Ich bin dann mal wieder drin. Informieren Sie mich umgehend wenn Sie etwas gefunden haben”, sagte Brunnhuber und verschwand wieder im Verhöhrraum.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *