Archiv für August 22, 2013

Mit Grafitti und Hebebühne werden marode Fassaden zu Kunst

In Halle läuft zur Zeit eine sehr interessante Aktion. Brachflächen bzw. alte Gebäude in einem Stadtgebiet sind offziell für Grafitti freigegeben worden. Hier kann man sich als Künstler nach herzenlust austoben. Es ist natürlich nur erlaubt an bestimmten Stellen zu sprühen, bzw. an Häusern die dafür freigegeben worden. An speziellen Events werden außerdem auch Grafitti Workshops angeboten wo man etwas über die Technik lernen kann. Gerade auch für Kinder ist dies interessant. Erst kürzlich durften diese ausgewählte Stromkästen bemalen und somit ihre Wohnumgebung aktiv mitgestalten. Durch die vielen leerstehenden Häuser in Halle ist hier viel Platz für Graffittis aller Art. Auf großen Fassaden entstehen so künstlerisch wertvolle Gemälde die sich oft nur mit einer Hebebühne bewerkstelligen lassen. Die Stadt und diverse Investoren fördern das Ganze. Der Effekt für dazu, das diese Stadtgebiete nicht mehr so heruntergekommen aussehen und man somit auch was gegen der Verfall tut. Leerstehende Gebäude werden dadurch zu Leinwänden für die Freikunst. Eine tolle Idee, die vielleicht auch in anderen Städten eine überlegung wert wäre.

Freiflächen durch marode und unbewohnte Bauten gibt es genügend

Freiflächen durch marode und unbewohnte Bauten gibt es genügend

 

Alte Fassaden und marode Gebäude die als Leinwände dienen gibt es in Halles Stadtteil Freiimfelde mehr als genug

Alte Gebäude von Industrie, oder Wohngebäuden die niemand mehr bewohnt gibt es ja quasi in so gut wie jeder größeren Stadt. Marode Gebäude die nicht abgerissen oder modernisiert werden, schaden generell jedem Stadtbild. Erklärt man sie jedoch zu Kunstfläche, so werden schnell Künstler aus ganz Deutschland angezogen um hier ihre Spuren zu hinterlassen. Rauf auf die Hebebühne, Farben und Pinsel zur Hand, und los gehts mit der Gestaltung. Nicht nur den Künstlern selbst gefällts. Auch Anwohnern und Bewohnern der Stadt gefallen die neugestalteten Fassaden in Halles Stadtgebiet Freiimfelde. Der Hausleerstand ist hier extrem hoch, und beträgt über fünfundreißig Prozent. Genug Raum also für ausgedehnte künstlerische Experimente. Sanierungen scheinen hier demnächst auch nicht weiter geplant, wodurch die Gemälde durchaus einige Zeit erhalten bleiben könnten. Es sei denn die Stadt entschließt sich bald zu etwas anderem. Im Moment sieht es jedoch nicht danach aus. Umbauvorhaben beschränken sich da eher auf die Innenstadt und andere Siedlungsgebiete in Halle. Das Schlachthoffviertel bleibt also mit großer Wahrscheinlichkeit vorerst so wie es ist. Mit Hebebühne für die großen Fassaden, oder ohne für kleinere, kann man sich also frei ans Werk machen.